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KEIM E+H Edition Nr. 2: Schmuttertal Gymnasium Diedorf

PSSST! AKUSTIK Die

PSSST! AKUSTIK Die Akustik von Schulräumen hat Einfluss auf Konzentration und Lernerfolg. Weil das pädagogische Konzept weniger Frontalunterricht an der Tafel und mehr Gruppenarbeit an allen Stellen des Raums vorsieht, musste man neue Wege auch bei der Bauakustik beschreiten. Normalerweise wird bei Schulen großer Wert auf den Schallschutz zwischen den Räumen gelegt. In den Lernlandschaften des Schmuttertal-Gymnasiums war dies jedoch wenig sinnvoll, weil die Türen zwischen Klassenzimmern und zentralem „Marktplatz“ ohnehin meist offenstehen. Hinzu kamen unvermeidbare schalltechnische Schwachstellen durch die Fluchttüren zwischen den Klassenzimmern. Das Augenmerk wurde daher vor allem darauf gelegt, den Lärmpegel in den Räumen selbst zu senken. Die Planer griffen dafür auf Erfahrungen aus Dänemark und Schweden zurück, zwei Ländern, in denen es bereits mehr Schulen mit offenen Lernlandschaften gibt. 26

AKUSTIK Decken und Wände sind für dezentralen Unterricht optimiert, der spezielle Geräuschbelastungen mit sich bringt. Für eine gute Sprachverständlichkeit auf kurze und längere Distanz galt es, eine kurze Nachhallzeit zu erzielen. Daher sind die Stirnwände mit schallschluckenden Holzwolleplatten und engstehenden Leisten aus Fichtenholz bekleidet. An der Decke waren zunächst abgehängte Filzbaffeln vorgesehen, um das Bauteil freizuhalten und als thermische Speichermasse nutzen zu können. Da die Baffeln aber im tieffrequenten Bereich nicht ausreichend Schall absorbiert hätten, entschied man sich für eine flächige Deckenbekleidung mit Holzwolle. Als Speichermasse dient stattdessen ein 10 cm dicker Zementestrich am Boden. Funktioniert das Akustikkonzept auch in der Praxis? Messungen in der fertiggestellten Schule haben ergeben, dass alle vorher berechneten Werte vor Ort tatsächlich eingehalten werden. Und das subjektive Lärmempfinden der Lehrer? Sie zeigen sich sehr zufrieden – in den neuen Räumen müssen sie die Schüler seltener zur Ruhe ermahnen. 27

ERHALTEN UND GESTALTEN