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KEIM E+H Nr. 10: Vom Maschinenhaus zum Medien- standort: Neue Nutzung für ein Industriedenkmal

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Respekt vor der Substanz

Respekt vor der Substanz Paulus Eerle gehört zu jenen Planern, die ein besonderes Gespür für historise Bausubstanz entwielt haben. Dur zahlreie Sanierungsprojekte im Altmühltal bekannt geworden, gehört Eerle heute zu den renommiertesten Aritekten Süddeutslands. Herr Eerle, bekanntli ist jedes Objekt anders. Was bedeutet für Sie die Sanierung dieses Industrieensembles? Eine neue Erfahrung. Denn erstens war es mein erstes Industriedenkmal und zweitens hae i es hier mit einem bekannten Aritekten zu tun, während meine Altmühltaler Projekte von anonymen Baumeistern stammten. Ergab si daraus ein anderes Vorgehen? Im Mielpunkt aller Überlegungen steht immer der behutsame Umgang mit der originalen Bausubstanz, die wir im Grunde möglist so belassen wollen. Neue Elemente, die eine moderne Nuung unabdingbar braut, planen wir so ein, dass sie entkoppelt und als neu erkennbar sind. Maßstab und Proportionen sind zudem entseidende Kriterien. Zum Beispiel? Nun, die Trennwände der Büros zum Beispiel. Die sind einfa nur eingestellt und können jederzeit wieder entnommen werden. Dur die Filigranität der Stahlkonstruktion haben wir den Raumeindru erhalten können. Die Soelheizung und Elektrifizierung haben wir in einen gemeinsamen Brüstungskanal integriert, damit die Originalsubstanz möglist unangetastet bleibt. Was hat Sie hier besonders überrast? Die Studee, die Datragwerke, die Kranbahnen und natürli die Raumwirkung. Damals war die Energiezentrale ein Statussymbol für die Fabrikanten, daher die besondere Ausstaung über die reine Zwemäßigkeit hinaus. Um die Dokumentenlage stand es ja nit besonders gut. Im Grunde haen wir nur einen Bauplan aus dem Büro Manz im Maßstab 1:100. Darauf kann man aber sehr sön die Baustruktur erkennen. Von dem älteren Gebäudeteil F16 haen wir gar keine Unterlagen und wissen leider au nit, wer ihn gebaut hat und für welen ursprünglien Zwe. Sie spielen auf die Dekorationsmalerei an? Ja, immerhin hat der Restaurator drei Anstrifassungen gefunden, alle sehr detailliert und für einen reinen Industriebau wohl eher untypis. Wie lief die Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde? Das Ensemble steht ja komple unter Denkmalsu, seitdem man es vor einigen Jahren fast abgerissen häe. Wir haben son früh ein Gesamtkonzept vorgelegt und die mit der neuen Nuung einhergehenden Eingriffe offen aufgezeigt. Abgesehen von ein paar Details gab es keine Diskrepanzen. Wele Rolle spielen die beteiligten Handwerker? Eine große, denn letli hängt der Erfolg von deren Zuverlässigkeit, Können und Flexibilität ab. Daher haben wir au hier weitgehend mit eigentümergeführten Mielständlern aus der Region zusammengearbeitet. Auf weles Detail sind Sie besonders stolz? Das ist swer auf eines zu begrenzen, außerdem kommt es ja darauf an, dass das Gesamtprojekt in si stimmig ist. Auf jeden Fall ist der steinerne Bespreungstis ein Highlight und die Keilstufentreppen der Außeneingänge. Aber Sie sollten si au den Sanitärberei ansauen. Den haben wir in den ehemaligen Sornsteinstumpf integriert, das ist son ein besonderes Erlebnis. erhalten & gestalten 16 Kontakt: Aritekturbüro Eerle Slehenring 22 85135 Tiing Fon 08423-985700 Fax 08432-985702 Mail pauluseerle@aritektur-eerle.de www.aritektur-eerle.de Beteiligte Firmen (Auszug): Farbgestaltung, Farben und Anwendungstenik: Keimfarben; Ausführung der Maler- und Restauratorenarbeiten: Firma Pfaller; Pu- und Mauerwerksarbeiten: Hafner Bauunternehmen; Akustikpu: Firma Mirz; Akustikberatung: Müller-BBM; Naturstein: Vereinigte Marmorwerke; Steinmearbeiten, Treppen, Bespreungsblo: Firma Hirsbe; Natursteinverlegearbeiten: Firma Stiller; Daund Spenglerarbeiten: Die Da- und Fassadenprofis; Daplaen: Braas; Stahlarbeiten: Singold Metallbau; Fenster: Sreinerei Bauer; Innenausbau: Firmen Pfab und Lehle; Heizungs- und Sanitärplanung: Frey, Donaubauer, Wi; Ausführung: Firma Brix; Elektroplanung: Johann Meixner; Brandmeldetenik: Hekatron; Elektroarbeiten: E+L u. a.

Steinerne Konstante Der sogenannte Jura gelb, ein feinkörniger Kalkstein aus dem fränkisen Altmühltal, prägt die Materialität aller Gebäudeteile – als Bodenbelag, Stufenmaterial und nit zulet in Form eines arais anmutenden Bespreungsblos. erhalten & gestalten 17

ERHALTEN UND GESTALTEN