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KEIM E+H Nr. 10: Vom Maschinenhaus zum Medien- standort: Neue Nutzung für ein Industriedenkmal

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4 Ausgedämmert: Alte

4 Ausgedämmert: Alte Substanz und neue Nuung – eine Symbiose Herausforderung Industriedenkmal 10 Bildha überset: Kommunikation – ein Deengemälde erhalten & gestalten 2 12 Neutral, sali, modern: Grau, aber nit eintönig – die Farbgestaltung 13 Überrasend prätig: Wiederentdet und gesiert – Dekorationsmalerei 14 Der Industriepionier: Philipp Jakob Manz – eine Aritektenkarriere 16 Respekt vor der Substanz: Sanierungsaritekt Paulus Eerle im Gesprä 17 Steinerne Konstante: Jura gelb – bodenständig und raumprägend IMPRESSUM „erhalten & gestalten“ Herausgeber: KEIMFARBEN GmbH & Co. KG, Keimstraße 16, D-86420 Diedorf, www.keimfarben.de Verlag: mk publishing GmbH, Döllgaststraße 7–9, D-86199 Augsburg Texte: Gabriele Betz Bildnachweise: Archiv Manz, Juliane Backmann, Thomas Baumgartner, Paulus Eckerle, Tobias Kammerer, Helmut Schmid, mk publishing Warum ein stillgelegtes Eisenhüenwerk unter Denkmalsu stellen? Ein altes Siffshebewerk sanieren? Eine ehemalige Suhfabrik zu einem Wohn- und Gesäshaus umgestalten, ansta das Gebäude abzureißen und neu zu bauen? Über die Notwendigkeit, Industriearitektur zu erhalten, herrst – anders als im Falle von Kiren, Burgen und Residenzen – nit weitgehend Konsens. Bauten der Industrie- und Tenikgesite muten o sperrig und spröde an, sie entspreen häufig nit dem gängigen Sönheitsempfinden. Do es findet langsam ein Umdenken sta. Das Bewusstsein, in einem rostigen Stahlriesen oder einer alten Werkhalle etwas anderes zu sehen als ledigli ein marodes Relikt einer wenig glanzvollen Epoe, wäst zunehmend. Industriearitektur ist ein wesentlier Teil unseres kulturellen Erbes. Sie dokumentiert gleizeitig Tenik-, Wirtsas- und Sozialgesite und legt damit ein beredtes Zeugnis einer vergangenen Arbeitsumwelt und Industriekultur ab. Zudem wird o vergessen, dass die klassise Moderne ihren Ursprung in dem von Funktionalität geprägten Industriebau hae. Immer öer wird daher über eine Umnuung des Vorhandenen als Alternative zur Abrissbirne nagedat. Beispiele für eine gelungene Umnuung findet man milerweile vielerorts und es werden immer mehr: das Industriemuseum im Gesite erund beleben ehemaligen Kesselhaus der Ze- e Zollverein in Essen, der zum multimedialen Veranstaltungsort umgewidmete Gasometer in Oberhausen oder die ehemalige Munitionsfabrik in Karlsruhe, die heute das Zentrum für Kunst und Medientenologie (ZKM) beherbergt – um nur einige der Highlights zu nennen. No immer aber dämmern viele aufgegebene Fabrikgebäude, verlassene Depots und stillgelegte Werksanlagen im Dornrösenslaf ihrem Verfall entgegen. Sie vor dem Abriss zu bewahren, wäre eine Chance, wasam mit der eigenen Gesite umzugehen und ein Gespür für die Besonderheit eines Ortes und seines Bauwerks zu entwieln.

Verwandeltes Ensemble Wo einst Dampfmasine und Dieselmotor dröhnten, taern heute die Tastaturen eines Medienunternehmens. In Augsburg zeigen si alte Industriebauten wieder einmal erstaunli flexibel. Bis weit ins 20. Jahrhundert lief im Augsburger Stadeil Göggingen die Zwirn- und Nähfadenproduktion auf Hotouren. Do mit dem Abwandern der Textilwirtsa in Billiglohnländer reduzierte au die Firma Aermann ihre Produktion. Heute wird nur no in einem kleinen Teil des ursprünglien Areals von einer Nafolgefirma die Herstellertradition fortgeset. Zu den verlassenen Gebäuden gehörte das F15 genannte Masinenhaus, erstellt vom legendären Industriebaumeister Philipp Jakob Manz im Jahre 1911. In der hohen Halle arbeitete bis 1949 eine 600 PS starke Dampfmasine. Ein Mieltrakt, der bauli zu F15 gehört, verbindet zum Hallenbau F16. 1889 mit einem filigranen Datragwerk und ungewöhnlien Rundbogenfenstern er- stellt, soll hier vor rund hundert Jahren der erste liegende MAN Dieselmotor angelaufen sein. Nadem die lete Nuung, ein Horegallager, aus dem Masinenhaus F15 abgezogen war, stand das Ensemble auf der Abbruliste. Im spriwörtli leten Moment gelang es, die Bauten unter Denkmalsu zu stellen. Dana wurde es wieder still, versiedene Nuungsabsiten seiterten. 2006 dann entdete es der Unternehmer Miael Kießling und begeisterte si soglei für das Ambiente, in dem künig sein Medienunternehmen Pla finden sollte. Im Januar 2007 startete die Sanierung, und bereits am 28. Dezember des gleien Jahres zog man in die neuen, alten Räume. erhalten & gestalten 3

ERHALTEN UND GESTALTEN