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KEIM E+H Nr. 13: Chancen für den Wohnungsbau der 50er- bis 70er-Jahre

Ausgesprochen polychrom

Ausgesprochen polychrom gibt sich der lang gestreckte Baublock mit hausweise eigenen Farbkombinationen. Interessant das kühle Braun, die akzentuierten Treppenaufgänge und Fensterfaschen – einfache Maßnahmen mit großer visueller Wirkung. Dass sich günstiger Wohnraum und energetische Optimierung nicht ausschließen, zeigt ein Großobjekt in München, dessen Fassaden in drei Abschnitten gedämmt und neu gestaltet werden. erhalten & gestalten München, Pilgersheimer Straße. Eine typische Siedlungsanlage in der bayerischen Metropole, vor etwa einem halben Jahrhundert errichtet, schlichte Bauvolumen für preisgünstigen Wohnraum. Staunen lassen die Dimensionen der Blockrandbebauung: Über 200 Meter zieht sich die Längsseite des Blocks an der viel befahrenen Straße entlang, schmal die Seitenflügel, lang gestreckt der umschlossene Innenhof. In drei Bauabschnitten wird dieses enorme Bauvolumen nun sukzessive energetisch und optisch saniert, die ersten beiden Abschnitte sind bereits abgeschlossen, jeweils rund 20.000 Quadratmeter Fassaden wurden dazu gedämmt und gestaltet. Im ersten Bauabschnitt nutzte man ein Dämmsystem von Keimfarben mit zehn Zentimeter dicken EPS-Dämmplatten, mineralischer Armierung und mineralischem Keim Brillantputz. Bei den beiden folgenden Abschnitten wurde die Dämmschicht im Hinblick auf die Forderungen der EnEV 2009 um vier auf 14 Zentimeter verstärkt. Weil vor einigen Jahren bereits ersetzt, blieben die vorhandenen Fenster erhalten, lediglich die Anschlüsse und Fensterbänke wurden passend zur Dämmschicht erneuert. Die optische Ertüchtigung geht ebenfalls sparsam mit den Mitteln der Farbgestaltung um. Die lange Straßenflucht zeigt nun eine alternierende, die einzelnen Gebäude differenzierende Farbigkeit aus leuchtenden und erdigen Tönen. Treppenhausbereiche und auskragende Erker sind als vertikale Flächen abgesetzt, der gleiche Farbton begleitet dann die Leibungen der Fensteröffnungen. Die Sockelzone ist in einem durchgängigen dunklen Ton gefasst, um die einzelnen Hausabschnitte auf eine gemeinsame Basis zu stellen und damit die Zusammengehörigkeit herzustellen. Die warmtonige Farbigkeit insgesamt beruht auf der silikatischen Deckbeschichtung mit Keim Soldalit, das wegen seiner Langlebigkeit, Farbtonbeständigkeit und geringen Verschmutzungsneigung ausdrücklich vom Bauherrn gefordert wurde. Bauherr: Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder Sanierungsplanung: Heinrich Bossert Immobilien KG, München Farbkonzept: Farbstudio Keimfarben Ausführung: Haslreiter GmbH, Ortenburg Standort: Pilgersheimer Straße, München 14

Pragmatisch optimiert erhalten & gestalten 15

ERHALTEN UND GESTALTEN