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KEIM E+H Nr. 13: Chancen für den Wohnungsbau der 50er- bis 70er-Jahre

3Modernisieren vor Abriss: Zwei Wohnbauten in Bremerhaven Fit für die Zukunft erhalten & gestalten 6Schwungvoll: Mehrfamilienhaus in Mülheim-Eppinghofen 8Doppelte Aufwertung: Besser dämmen per Aufdoppelung 10 Die Siebziger im Blick: Energetische Optimierung in Mülheim 12 Abriss oder Sanierung? Interview mit Architekt Wolfgang Kamieth 14 Pragmatisch optimiert: Wohnblock in München 16 Langfristiges Denken zahlt sich aus: Die Strategie der Wohnungs genossenschaft Olpe 18 Vorhangfassade trifft WDVS: Sanierung mit Mischfassade in München 20 Gerahmt: Mehrfamilienhäuser in Oschersleben IMPRESSUM „erhalten & gestalten“ Herausgeber: KEIMFARBEN GmbH & Co. KG, Keimstraße 16, D-86420 Diedorf, www.keimfarben.de Verlag: mk publishing GmbH, Döllgaststraße 7–9, D-86199 Augsburg Texte: Gabriele Betz Bildnachweise: Keimfarben, Architekturbüro Kamieth, Wohnungsgenossenschaft Olpe; Florian Holzherr Die Wohnungs- und Immobilienunternehmen stehen gleich auf mehreren Ebenen vor großen Herausforderungen. So werden die Sicherung und Modernisierung des Gebäudebestands nicht mehr nur durch die Steigerung der Energieeffizienz bestimmt, sondern auch von weiteren umfassenderen Faktoren. Da wäre zum einen die Veränderung der Altersstruktur zu nennen, aber auch die Verschiebung der Einkommensverhältnisse, die zu einem zwar regional unterschiedlich ausgeprägten, aber klar erkennbaren Abschmelzen der Mittelschicht führt. Ebenfalls wird sich die Nachfrage nach Wohnraum regional noch weiter differenzieren – nicht nur im Osten Deutschlands gehen die Bewohnerzahlen zurück, auch im Westen deuten Prognosen auf starke Verschiebungen hin, auf das Wachsen von Ballungsgebieten vor allem im Süden und Norden der Republik. Zugleich ist der Trend nach kleinen Haushalten ungebrochen, die Ansprüche an Wohnqualität steigen und auch die Nachfrage nach barrierearmen, demografiefesten Wohnungen wird größer. Auf dieses komplexe Szenario muss die Wohnungswirtschaft Antworten finden – immer mit Blick auf ihre vorhandene Bausubstanz. Vor allem Gebäude aus den 1950er-Jahren erweisen sich oft als Problemfälle, weil sich Investitionen für Kernsanierungen nicht wesentlich von Neubaukosten unterscheiden. Doch technisch und wirtschaftlich gelungene Sanierungsbeispiele existieren durchaus in großer Zahl, immer ausgefeiltere Produktsysteme tragen dazu bei. So lassen sich alte Fassadendämmungen, die nicht mehr dem heutigen Effizienzstand entsprechen, geschickt in eine optimierte Dämmung integrieren. Auch für die Gebäudelüftung, für das Schimmelphänomen in sanierten Räumen oder auch die barrierearme Ausstattung bietet die Industrie heute vielfältige sowie sichere Lösungen. Und sofern keine erhöhten Anforderungen an Brand- oder gar Erdbebenschutz im Raume stehen, sind unter dem Aspekt der Ressourcenschonung Sanierungen in der Regel besser zu bewerten als Neubauten. Übrigens darf, ja soll sich die Modernisierung auch nach außen hin zu erkennen geben – eine neue Farbkonzeption fördert zudem die Identifikation der Bewohner mit „ihrem“ Haus oder Quartier. 2

Modernisieren vor Abriss Gerade bei Bauten aus der unmittelbaren Nachkriegszeit stellt sich immer wieder die Frage nach Abriss oder Sanierung. In Bremerhaven hat man auf den Erhalt gesetzt, nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. 3

ERHALTEN UND GESTALTEN