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KEIM E+H Nr. 15: François Zenner Gemalte Erzählungen im Elsass

Lebendiger Akzent

Lebendiger Akzent im Stadtbild von Mulhouse: Das Hôtel da la Bourse mit seinen zwei baulich sehr unterschiedlichen Trakten. Gemalte Geschichte DAS HÔTEL DE LA BOURSE IN MULHOUSE Es ist eines der größten Projekte, die François Zenner je gestemmt hat: Immerhin summiert sich die gestaltete Fassadenfläche des Hôtel de la Bourse auf umfangreiche 700 Quadratmeter. Wie üblich lieferte Zenner nicht nur den Entwurf, sondern übernahm auch dessen Umsetzung. erhalten & gestalten Rund zwei Monate war Zenner auf dem Gerüst unterwegs, brachte eine völlig neue Gliederung aus Bändern, Gesimsen, Profilen, Flächen und szenischen Malereien auf, die der gesichtslosen Gebäudefront einen historisch inspirierten Charakter verleiht. Tatsächlich ließ sich Zenner von der Umgebung inspirieren, die aus einer denkmalgeschützten Platzrandbebauung aus den 1830er Jahren besteht und aus Gebäuden, die man nach dem Zweiten Weltkrieg in funktionalistischer Beton-Schlichtheit hochzog. Der Spagat gelang, das zur Best Western-Kette gehörende Hotel hat klar an Attraktivität gewonnen und dockt sich an das historische Mulhouse an, das nur wenige Gehminuten entfernt beginnt. Viel Zeit und Energie hat Zenner darauf verwendet, einen vermittelnden Stil zu finden, der einerseits historische Elemente aufnimmt, diese aber nicht historisierend auf die Nachkriegsfassade überträgt. Zenner bedient sich zwar eindeutig traditioneller formaler Elemente, reduziert sie aber formal so, dass sie die Brücke zur Gegenwart schlagen. So sind die Gesimse, Lisenen und Fensterstürze formal vereinfacht und ausschließlich gemalt. Perspektivische Beistriche erwecken den Anschein von Dreidimensionalität, die sich nur bei genauem Hinsehen als gemalt erweist. Das gilt auch für den Würfelfries unter dem Trauf, der als starkes grafisches Element einen ungewöhnlichen Akzent setzt. Subtiler brachte Zenner kleine Miniaturen auf, die als Strichmalerei vom Mulhouse des 19. Jahrhunderts erzählen, als die Stadt durch die industrielle Fabrikation von Textilien aufblühte. Damit bekommt die Fassade eine narrative Ebene, eine direkte Verbindung zum Namen des Hotels, der sich aus der einst nahen Stoffbörse ableitet. 16

Hôtel de la Bourse 14, rue de la Bourse Mulhouse www.bourse-hotel.com erhalten & gestalten 17

ERHALTEN UND GESTALTEN