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KEIM E+H Nr. 2: Joachim Eble, Barbara Eble-Graebener: Die Farbe und das ökologische Bauen

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»Ökologische und soziale Verantwortung sind untrennbar; ein verbindendes Element ist die Kunst.« Vielfalt und Einheit Barbara Eble-Graebener kam über ihre fundierte künstlerische Ausbildung in Stuttgart und Wien zur Farbgestaltung. Als ihr Mann die Siedlung Schafbrühl in Tübingen plante, bat er sie um eine Farbidee – und bekam ein durchkonzipiertes Farbkonzept. Seitdem ist die Fortsetzung dieser Tätigkeit eine Selbstverständlichkeit geworden. Der behutsame Umgang mit farbräumlichen Strukturen hat Barbara Eble-Graebener, die sich mit ihrem Atelier „lasuveda“ auf die Arbeit mit Lasuren spezialisiert hat, einen bundesweiten Ruf als gefragte Farbgestalterin eingebracht. erhalten & gestalten Joachim Eble, 1944 in Kirchheim/Teck geboren, studierte von 1964 bis 1971 Architektur an der TH Stuttgart. Obwohl er in mehreren Praktika, u. a. im Büro Behnisch, Stuttgart, vielfältige Erfahrungen sammeln konnte, prägte ihn doch am nachhaltigsten die Zeit als Assistent am Entwurfslehrstuhl des Stuttgarter Architekten Rolf Gutbrod. Aus Gutbrods antroposophischen Ansätzen entwickelte Joachim Eble schließlich seine sinnliche Wahrnehmung für Form, Licht und Materialien. 1982 gründete er zusammen mit Burkhard Sambeth sein eigenes Büro in Tübingen und arbeitet seitdem als freier Architekt, Gutachter und Berater. Mit seinem Kollegen Winfried Brenne betreibt er in Berlin eine Arbeitsgemeinschaft, aus der beispielsweise die Heinrich-Böll-Siedlung hervorging. „Joachim Eble Architektur“ beschäftigt heute 20 Mitarbeiter und gehört zu den führenden europäischen Büros für ökologische Stadtplanung und Architektur. Außerdem ist Joachim Eble Lehrbeauftragter am Institut für Ökologie und Ökonomie des Wohnungsbaus der Universität Karlsruhe. JOACHIM EBLE ARCHITEKTUR Unterschiedlichste „Ökobausteine“ wie eine wärmetechnisch optimierte Gebäudehülle, Lehmputz im Innenbereich, Wandstrahlungsheizung und Photovoltaik ergänzen sich im Modellprojekt Heinrich-Böll- Siedlung im Berliner Bezirk Pankow zu einem ganzheitlichen Ansatz, der auch die Farbgestaltung miteinbezieht. Eines der ersten, 1992 konsequent nach ökologischen und baubiologischen Grundsätzen gebautes Bürohaus, das Ökohaus der Kühl KG in Frankfurt, überzeugt auch heute noch. Das architektonisch anspruchsvolle Gebäude vermittelt durch farbige Putzlasuren auch nach außen das Bild eines lebendigen, harmonischen Organismus. Hier fing alles an: Die Siedlung Schafbrühl in Tübingen war die erste größere, nach baubiologischen Gesichtspunkten erstellte Mietwohnungssiedlung und für Barbara Eble-Graebener das erste Projekt, für das sie ein Farbkonzept mit Lasuren entwarf. Das gemeinschaftliche Miteinander in den Häusern, Höfen und geschützten Freiflächen findet seinen Niederschlag in den wolkigen Fassadenanstrichen und lasierten Balkonen, deren unterschiedliche Farbtöne beziehungsreiche Verbindungen schaffen. 8

unverkleidet und erhielten einen mineralischen Lasuranstrich. Die gelblichen bis rötlichen, erdigen Farbtöne verkörpern die Farben des Kindes und der Kindheit, Die Kindertagesstätte im Stuttgarter Stadtteil Heumaden orientiert sich in ihrer Formgebung an den beiden Prinzipien „Behüten“ und „Öffnen“. Das in Brettstapelbauweise erstellte Gebäude gliedert sich in einzelne, leicht erkennbare Baukörper. Die Fassaden blieben überwiegend während die blau-grauen Farbtöne das luftige Element darstellen und vor allem an den Dächern sowie den Türmen zu finden sind. Minimaler Energiebedarf, Regenwassernutzung und Naturfarbenbeschichtungen machen die Tagesstätte zur „reinsten Form der Baubiologie“, so Joachim Eble. 102 Wohneinheiten versammelt die größte Passivhaus-Siedlung Deutschlands: als externes Projekt der EXPO 2000 entstand auf dem Ulmer Eselsberg die ökologische Modellsiedlung „Im Sonnenfeld“. Zu den Architekten der südausgerichteten Siedlung gehört auch das Büro von Joachim Eble. Ging es früher – wie bei der Siedlung Schafbrühl – vor allem um die Verwendung ökologischer Materialien, so kommt beim Ulmer Projekt die primärenergetische Optimierung ergänzend hinzu. Eine differenzierte Raumabfolge, Materialmix und trans- Im einstigen Kasernenviertel parente Lasurfarben, die von Tübingens formt sich neues Stockwerk zu Stockwerk wech- urbanes Leben: Ökologie, Energie- seln, zeichnen den Umbau der einsparung und Nutzungsmix Kinder- und Jugendpsychiatrie charakterisieren die Nachverdich- des Olgahospitals Stuttgart aus. tungsneubauten. Ebles Büro plante Barbara Eble-Graebener sieht ihre Farbgebung als „angewandte Therapie“, die zur Heilung der jungen Patienten beiträgt. Tatsächlich erinnert das Gebäude weder außen noch innen an ein „klassisches“ Krankenhaus – besonders lebendig fiel die Gestaltung der Außenfassaden aus. Verzahnte Farbflächen in lichten Blau-, Gelb-, Orange- und Grautönen gliedern den langen Baukörper. dafür einen großen, farbenfrohen Komplex in Holzbauweise. erhalten & gestalten 9

ERHALTEN UND GESTALTEN