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KEIM E+H Nr. 3: Transzendenz der Farben - die sakralen Wandmalereien von Tobias Kammerer

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Von der

Von der Farbe zur Kunst Biografie Projekte im öffentlichen Raum 1968 Geboren in Rottweil 1989 Musik-Service-Center, Wien (Österreich) 1986–92 Studium der freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Prof. Arik Brauer und Prof. Josef Mikl 1993 Landratsamt, Rottweil Michael-Balint-Klinik, Königsfeld 1994 Handwerkskammer, Reutlingen 1987 Auszeichnung mit dem Arik-Brauer-Preis 1995 Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul, Neukirch Wohnbaugesellschaft Selbsthilfe, Stuttgart 1988 Auszeichnung mit dem Theodor-Körner-Preis 1996 Kreissparkasse, Marktschwaben Gästehaus der Seagram Corp., Eltville 1992 Abschluss des Studiums als Magister Artium 1992–93 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Prof. Bruno Gironcoli 1997 Auszeichnung mit dem Karl-Miescher-Preis 2000 Auszeichnung mit der Pontifikatsmedaille der Päpstlichen Akademie 1997 Kath. Kirche zu den heiligen Schutzengeln, Juist Studentenzentrum, Rosenheim Nethersole Hospital Chapel, Hongkong (China) Kath. Kirche St. Nikolaus, Erfurt-Melchendorf Kath. Kirche St. Josef, Oberhof 1998 Christuskirche, Neuenhasslau Stadtwerke, Menden Evang. Kirche, Mainz-Ebersheim Hagener Feinstahl, Hagen 1999 Zahnärztehaus, Freiburg Institut für Niedertemperatur- und Plasmaphysik, Greifswald Kath. Kirche St. Eberhard, Stuttgart Kath. Kirche, Börger 2000 Justizvollzugsanstalt, Kassel Evang. Kirche, Recklinghausen Kath. Kirche, Emmeln Katharinenkirche, Kiew (Ukraine) Kath. Kirche, Gramatneusiedl (Österreich) 2001 Friedenskirche, Viernheim Heilig-Kreuz, Dachau Volksbank, Nagold St.-Vincenz-Krankenhaus, Heiligenstadt St. Bonifaz, Breitenfurt bei Wien (Österreich) Drei profane Arbeiten des Künstlers: Privathaus in Stuttgart, Zahnärztehaus in Freiburg und Wohnhaus in Rottweil mit einem Gemälde des Künstlers (von oben) Daneben zahlreiche Ausstellungen unter anderem in Wien (Institut für Gegenwartskunst, Oberes Belvedere), Rottweil (Forum Kunst), Nairobi (Viehweber Artgalerie), Osnabrück (Kunsthalle Dominikanerkirche), London (Cochrane Gallery), Paderborn (Diözesanmuseum), Sevilla (Kloster zu unserer lieben Frau Loreto Espartinas) 14

» Weiß als Abglanz des göttlichen Lichtes steht hier für Erleuchtung, Verklärung und Vollkommenheit.« Zweischichtig Kapelle in der Arena „Auf Schalke“ in Gelsenkirchen. 62 000 Zuschauer fasst das neue Stadion von Schalke 04, eine multifunktionale Arena, in dessen Tribünenunterbau sich eine Novität im deutschen Fußball befindet: eine Kapelle, in der sich Spieler und Beteiligte versammeln können, gleich welcher Konfession. Der eigentlich neutrale, quadratische Raum im Untergeschoss soll, so die Betreiber, durch die künstlerische Interpretation zu einem würdevollen, feierlichen Charakter finden. Sieben Künstler werden eingeladen, Ideen für diese Metamorphose zu finden. Darunter auch Tobias Kammerer, dessen Entwurf schließlich den zweiten Platz belegt. Sein als Modell dokumentiertes Konzept basiert auf zwei Ebenen, die in direkter Wechselwirkung stehen und das Transzendentale des Ortes greifbar machen. Die erste Ebene besteht aus einer malerischen, blauweißen Schicht direkt auf dem Kalkputz der Wände. Über ihr spannt sich die zweite Ebene aus Glas, die im Altarbereich sogar aus zwei Glasschichten besteht. Sie ist teilweise mit Schmelzfarbe bearbeitet, teils sandgestrahlt und damit haptisch erfahrbar. An der Stirnseite des Raumes verdichtet sich die Malerei zu einem Tafelbild mit einem amorph-abstrakten Kreuz über einer Kreisfigur. Eine große Glasfront schließt den Raum zur Außenzone ab. Sie lässt sich bei Bedarf elektrisch von transparent auf opak schalten und so als optische Barriere nutzen. Der Entwurf basiert auf dem Zusammenspiel von Malerei und Glaskunst, von Transparenz und Dichte. Vor dem amorphen Kreuzsujet befindet sich der einfache, zylindrische Altar. 15

ERHALTEN UND GESTALTEN