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KEIM E+H Nr. 8: Lutherstadt Eisleben - zwischen gestern, heute und morgen

Hinter dem Markt – der

Hinter dem Markt – der Andreaskirchplatz Nur ein paar Schritte vom Markt entfernt liegt der Andreaskirchplatz. Er umgibt die evangelische Pfarrkirche mit ihrem mächtigen Glockenturm. In der Pfarrkirche St. Andreas hielt Martin Luther seine letzte Predigt. Wenig später verstarb er, wie man bislang annahm, im benachbarten Gebäude Andreaskirchplatz 7. Neuesten Forschungen zufolge handelt es sich allerdings beim Gebäude Markt 56 um das eigentliche Sterbehaus Luthers. Das zweigeschossige Haus Andreaskirchplatz 7 dient jedoch weiterhin als Museum und Gedenkstätte. Das Gebäude stammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert, erhielt im 18. Jahrhundert eine neue Fassade und wurde 1994 saniert. Unweit davon befindet sich einer der aus Denkmalsicht wichtigsten Profanbauten der Lutherstadt Eisleben. Das Renaissancehaus Andreaskirchplatz 2 zeigt drei Geschosse, verfügt über einen Tonnenkeller und im ersten Obergeschoss über eine außergewöhnliche Bohlenstube, die im Zuge der umfassenden Sanierung ®eigelegt und nach Befunden in Originalfarben gefasst wurde. Auch außen führte man das Fachwerkhaus auf seinen einstigen Zustand zurück. Insgesamt kann die Sanierung des Andreaskirchplatzes heute als weitgehend abgeschlossen bezeichnet werden. Am Andreaskirchplatz befindet sich das vermeintliche Sterbehaus Luthers. Heute ist der Bereich um die Pfarrkirche St. Andreas weitgehend restauriert. 14

Zur Neustadt – die Sangerhäuser Straße Im 16. Jahrhundert wächst jenseits der Mauern die Eislebener Neustadt als Wohnquartier für weitere Bergleute heran. Heute noch erinnern in der Sangerhäuser Straße Fragmente an diese vorindustrielle Vergangenheit der Region. Ende des 15. Jahrhunderts erlebte der Bergbau in der Grafschaft Mansfeld einen rasanten Aufschwung, spätestens Anfang des 16. Jahrhunderts wird Eisleben zu klein. Neue Arbeiter siedeln sich nun in der so genannten Neustadt an, die westlich der bisherigen Stadtgrenze entsteht. Die Sangerhäuser Straße, beginnend am Andreaskirchplatz, verbindet diese Siedlung mit dem alten Kern der Lutherstadt. Ein interessantes Detail zeigt das Gebäude Sangerhäuser Straße 7. Ende des 19. Jahrhunderts wird es umgebaut, 1902 erhält das im Kern wohl aus dem 16. Jahrhundert stammende Haus eine neue Fassade. Seitdem schmückt ein vom Jugenstil inspiriertes Fachwerk-Omega die zweite Etage. Einen direkten Bezug zur Bergbaugeschichte weist Gebäude 13 auf: 1735 lässt der Graf von Mansfeld die Alte Bergschule im barocken Stil errichten. Und 1983 entwirft der Künstler Wolfgang Dreysse den nur wenige Meter entfernten Knappenbrunnen – zum Gedenken an die zahllosen Bergund Hüttenleute, die über Jahrhunderte das Bild der Stadt prägten. 1998 restaurierte Wolfgang Conrad den Sandsteinbrunnen mitsamt seinen Bronzefiguren. Der Knappenbrunnen von 1983 und der mächtige Erkerturm aus dem 19. Jahrhundert prägen die Sangerhäuser Straße, die hier einen verkehrsberuhigten Platz bildet. erhalten & gestalten 15

ERHALTEN UND GESTALTEN