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KEIM E+H Nr. 8: Lutherstadt Eisleben - zwischen gestern, heute und morgen

3 Rückkehr der

3 Rückkehr der Identität – das bauliche Erbe der Lutherstadt Eisleben 6 Farbe dient der Architektur – der Farbleitplan im Detail 8 Von oben betrachtet – das Sanierungsgebiet im Blick erhalten & gestalten 2 10 14 15 Ganz im Zentrum – der Markt Hinter dem Markt – der Andreaskirchplatz Zur Neustadt – die Sangerhäuser Straße 16 Einst Peripherie – der Plan IMPRESSUM „erhalten & gestalten“ Herausgeber: KEIMFARBEN GmbH & Co. KG, Keimstraße 16, D-86420 Diedorf, www.keimfarben.de Verlag: mk Fachverlag für Kundenmagazine GmbH, Max-von-Laue-Straße 9, D-86156 Augsburg Texte: Gabriele Betz Bildnachweis: Wolfgang Conrad, Keimfarben, Lutherstadt Eisleben Zwischen Luther und Bergbau Seit 1946 darf sich Eisleben mit dem Beinamen Lutherstadt schmücken – schließlich lebte und starb hier der Kirchenreformator Martin Luther. Im Jahre 994 erstmals urkundlich erwähnt, wird die Stadt in der Vergangenheit von verschiedenen Pestepidemien sowie den Wirren des Dreißigjährigen Krieges heimgesucht. 1601 brennt die Innenstadt größtenteils ab, 1689 legt ein neuer Brand das Waagehaus und Luthers Geburtshaus in Schutt und Asche. Letzteres baute man bis 1693 wieder auf – bereits damals war das Haus ein wichtiges Symbol für die Stadt. Seit 1997 findet sich die Lutherstadt Eisleben mit ihren historischen Stätten in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes wieder. Gleich nach der Wende besann man sich auf die Neugestaltung des historischen Kerns, der im Wesentlichen den Bereich innerhalb der zweiten Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert umfasst. Mit Förderprogrammen und einer detaillierten Gestaltungssatzung belebte man das Zentrum, revitalisierte Leerstände und Brachen, beruhigte den Verkehr und ließ einen umfassenden Farbleitplan entwickeln. Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen in der ehemaligen DDR stärkte man so bewusst die Innenstadt – auch um touristische Attraktivität zu gewinnen. Denn der Kupferschieferbergbau, über Jahrhunderte das wirtschaftliche Rückgrat, existiert seit der Schließung der letzten Stollen und Hüttenwerke seit 1990 nicht mehr. Heute ist die rund 24.000 Einwohner zählende Stadt im Süden Sachsen-Anhalts ein Beispiel für die gelungene Wiederbelebung, wozu die Farbe einen wesentlichen Beitrag leistet. www.lutherstadt-eisleben.de www.martinluther.de

Der Markt mit dem Rathaus und dem Luther-Denkmal ist das Herz der Lutherstadt Eisleben. Die Gestaltungssatzung von 1998 widmet sich auch dem Platzthema. Rückkehr der Identität Bauliches Erbe und neue Architektur, Vergangenheit und Zukunft: Die Zusammenführung dieser unterschiedlichen Pole der Stadtentwicklung ist eine ganz besondere Kunst. In der Lutherstadt Eisleben setzt man auf klare gestalterische Vorgaben. Das Thema Farbe ist für die Lutherstadt Eisleben nicht neu – schon zu DDR-Zeiten setzt man auf ansprechende Fassaden, zumindest im Lutherjahr 1983. Zum 500. Geburtstag des großen Reformators soll sich dessen Geburts- und Sterbestadt würdig, d. h. in ansprechendem optischen Zustand präsentieren. Also geht man daran, der historischen Innenstadt ein neues Make-up zu geben. Tatsächlich bleibt es bei einer oberflächlichen Erneuerung, für die gründliche Sanierung der Bausubstanz fehlen die Mittel. Und weil auf Bauanalysen und Befundungen verzichtet wird, ist der eilig zusammengestellte Farbleitplan mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Dennoch prägt die Jubiläumsoptik die Stadt bis kurz nach der Wende. Die wiederentdeckte Urbanität Schon 1990 beginnt die bauliche Aufarbeitung des historischen Zentrums: Die Stadt bemüht sich um die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt und beschließt, eine Voruntersuchung der Bausubstanz einzuleiten. 1992 wird ein erster Farbleitplan entwickelt, noch begrenzt auf das Ensemble am Markt. Damit beginnt die systematische Analyse des baulichen Erbes, aus der schließlich sehr konkrete Gestaltungsrichtlinien für den rund 51 Hektar großen Kern der über tausendjährigen Stadt hervorgehen. erhalten & gestalten 3

ERHALTEN UND GESTALTEN