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KEIM Restauro

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Naturstein – ein

Naturstein – ein Baustoff mit Geschichte Seit Jahrtausenden aktuell – Bauen mit Naturstein Naturstein war schon zu Zeiten der Hochkultur der Ägypter ein wichtiges Baumaterial. Hiervon zeugen unter anderem die Pyramiden, die Sphinx von Gizeh aus Kalkstein, Obe lisken aus Granit oder die Ram ses-Statuen aus nubischem Sand stein. Ein Zeitgenosse von Ramses schrieb: „Ganz Ägypten gleicht einer einzigen Steinmetzwerkstatt.“ In der Antike wurde Naturstein neben dem Tempel-, Bäder- und Stadienbau als Skulpturstein und Baumaterial für den Ingenieur- und Wasserbau verwendet. Zeitzeuge dieser Baukunst ist z. B. das Kolosseum in Rom aus Travertin. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit – mit Ausnahme der Hochgotik – bestimmte Naturstein den Bau vor allem von Sakralbauten, Klöstern, Burgen, Rathäusern, Schlössern, Bürger- und Handelshäusern und Stadtbefes ti gungen. In der Romanik wurde hauptsächlich in Quaderbautechnik gebaut. Bei der Ma terialauswahl wurde kaum zwischen Mauerstein und Skulptur stein unterschieden – primär aufgrund der eingeschränkten Verfüg bar keit der Steine. Man war auf die umliegenden Stein brüche be schränkt. In der Gotik be gann man dann, eine bewusstere Ma terialaus wahl zu treffen. Durch den ho hen Anteil an filigranen und komplexen Werkstücken wurden an den Naturstein höhere Anfor derungen ge stellt. So bevorzugte man nun leichtere Steine wie z. B. Kalktuffe. Renaissance und Barock einschließ lich Rokoko sind von einer bis dahin nicht gekannten Vielfalt an Ge bäude zierrat (Säulen, Statuen, Figuren) geprägt. Für Skulpturen war man bereit, den besten Stein zu wählen. Der Einsatz von natürlichen Bausteinen im Mauerwerk ging dagegen stark zurück. Zu dieser Zeit wurden Gebäude in der Regel verputzt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden dann im Zuge von Res taurierungen und Um bauten viele Fassa den abgeschlagen – die Romantiker forderten die „na tür liche“ (rohe, z.B. fachwerksichtige Gebäude) Fassade. Das bis dato jahrhundertelang durch Putz ge schützte Mau er werk war nun der Witterung ausgesetzt – manche dieser Bauten entwickelten sich so im 20. Jahr hun dert unter dem Einfluss von Luft schad - stoffen zu permanenten Sa nie rungs fällen. 2

Verwitterungsprozesse Wissenswertes über die Verwitterung von Naturstein Von jeher setzen Sonne, Wind, Re gen und Frost als natürliche Einfluss faktoren dem Naturstein zu und füh ren je nach Natursteinart zu unter schied lichen Verwitterungspro zes sen. Mit Beginn der Industrialisierung ka men zusätzlich menschengemachte Ein flüsse als schädigende Faktoren hinzu. Grundsätzlich lassen sich Verwit terungsprozesse in drei große Gruppen einteilen: die physikalische, die chemische und die biologische Korrosion. Als wesentliche Ursachen der Verwitte rung So vielfältig sich Natursteine in Zu sammensetzung, Gefüge und Po renraum zeigen, so unterschiedlich sind auch ihre Verwitterungsprozesse und -profile. Die Restaurierung von geschädigten Natur steinen erfordert entsprechend angepasste Materialien und Methoden, um die Original substanz des Steins weitestgehend zu erhalten und zu schützen sowie die ursprüngliche Optik bestmöglich wiederherzustellen. Der Begriff der Natursteinres tau rie rung umfasst eine ganze Reihe verschiedener Möglichkeiten der Natursteinrestaurierung Natursteinverwitterung Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick Schadensbilder Absanden, Abbröckeln, Abschuppen, Schalenbildung, Krustenbildung, Rissbildung Steinfestigung Ausgleich von Festigkeitsverlusten durch gezielte Bindemittelzufuhr konservierend … als Folge unterschiedlicher Verwitterungsprozesse Physikalische Korrosion Chemische Korrosion Frost-Tau-Wechsel, Winderosion, Salzkristallisation, Salzhydratation, hygrisches Quellen/Schwinden Umwandlung schwer löslicher Binde mittel in lösliche Salze, meist in Kombi nation mit Volumenvergrößerung (z. B. Kalk => Gips) Steinergänzung Steinaustausch Ergänzung fehlender Stein bereiche bzw. Teile mit geeigneten Restauriermörteln Austausch ganzformatiger Steine oder Werkstücke restaurativ restaurativ Biologische Korrosion Chemische Angriffe aggressiver Stoffwechselprodukte (Säuren), ausgelöst durch Befall mit Mikroorganismen (Algen, Pilze etc.) Hydrophobierung Verminderung der Wasser- und Schadstoffaufnahme als vorbeugender Korrosionsschutz konservierend – prophylaktisch … ausgelöst durch Aufnahme von Wasser und in Wasser gelösten Schadstoffen (Salze und saure Gase => SO 2 NO x ) Beschichtung Wiederherstellung der ursprünglichen Optik; Schutz vor Abwitterung; Schutz vor Wasseraufnahme restaurativ– prophylaktisch Maßnahmen und Ver fah ren, die konservierenden, restaurativen und/oder prophylaktischen Cha rak ter haben können. fungieren in der Regel immer Wasser oder durch Wasser transportierte Schadsalze. Das Ergebnis der verschiedenen Verwitterungsprozesse bzw. Korro sionsarten liegt letztlich in einem Fes tigkeitsverlust. Dies kann oberflächennah geschehen oder auch in tiefer lie genden Zonen stattfinden. Die Konse quenz sind Schadensbilder wie Ab sanden oder Abbröckeln, Abschup pen, Krustenbildung, Scha len bildung oder Rissbildung. 3

ERHALTEN UND GESTALTEN