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Asbestzement – das

Asbestzement – das problematische Erbe Das Thema „Asbest“ ist ein heißes Eisen Kaum ein Baustoff hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten für so viel Aufsehen gesorgt wie Asbest. Aufgrund seiner vielseitigen Verwendbarkeit wurde Asbest ursprünglich in unzähligen Gebäuden verbaut. In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts kamen dann erstmals Bedenken gegen den bis dato hochgelobten Baustoff auf. Obwohl die gesundheitlichen Risiken lange bekannt waren, wurde Asbest bis in die 1970-er und 1980-er Jahre vor allem als Baumaterial häufig verwendet. Das vermehrte Auftreten von Krankheits- und Todesfällen hat dann letztlich im Jahr 1993 zu einem allgemeinen Verwendungsverbot in Deutschland geführt. Für den Bereich Wand und Dach wurde das Verwendungsverbot bereits zum 01.01.1991 wirksam. Heute sehen wir uns im Gebäudebestand mit einer Vielzahl von Objekten konfrontiert, an denen asbesthaltige Baumaterialien eingesetzt wurden. Die vorhandene Fläche Asbestzement im Hochbau beträgt laut Schätzungen in den alten Bundesländern etwa 900 Mio. m 2 , für die neuen Bundesländer wird die Fläche auf etwa 500 Mio. m 2 geschätzt (SCHMIDT-SIEBETH 1993) 1 . Hier bieten Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten für alle Marktteilnehmer – Bauherren bzw. Bauherrenvertreter und Handwerk – ein breites Betätigungsfeld. Der Rückbau bzw. Austausch asbesthaltiger Baumaterialien wäre zwar unbestritten der optimale Weg – doch ist dies ökonomisch in vielen Fällen nicht machbar und auch aus technischer Sicht nicht immer zwingend notwendig. Es gilt, solche Bauten im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten, technischen Erfordernisse und unter Beachtung gesundheitlicher und umweltrelevanter Aspekte sinnvoll und verantwortlich zu sanieren. Arbeiten an asbesthaltigen Materialien (sog. ASI-Arbeiten) unterliegen jedoch einer ganzen Reihe an Richtlinien und Verordnungen, die unbedingt zu beachten sind. Denn schon sehr geringe Mengen an Asbestfasern bergen erhebliche Gesundheitsgefahren. 1 Siehe: LfU, Umweltwissen Asbest, 2010, Seite 6. 2

Gefahrstoff Asbest Schwach gebundener Asbest ist besonders gefährlich Asbest (altgriech. ásbestos, „unvergänglich”) ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene, natürlich vorkommende, faserförmige Minerale, die an vielen Stellen der Erde in der Erdkruste eingebettet sind. Asbest besitzt eine große Festigkeit, ist hitze- und säurebeständig, isoliert gut und kann problemlos verwoben werden. So konnte sich Asbest in der Schifffahrts-, Isolations-, Bau- und Autoreifenindustrie durchsetzen. 2 Chrysotil, auch Weißasbest genannt, fand die technisch breiteste Anwendung, meist als Armierungsfaser in Asbestzement. Beim Bearbeiten asbesthaltiger Materialien werden Asbestfasern freigesetzt. Die sehr feinen, scharfkantigen Fasern gelangen in die Alveolen der Lunge und können schon bei geringer Belastung die so genannte Asbestose und bösartige Tumore auslösen. Die kritische Fasergeometrie ist der Grund für die gesundheitsgefährdende Wirkung. Besonders gefährlich sind Produkte mit nur schwach gebundenem Asbest, die einen Faseranteil von 50 % und mehr besitzen und diesen leicht wieder abgeben. 3 Die Rohdichte solcher Materialien liegt in der Regel unter 1000 kg/m³. Typisch hierfür sind Spritzasbest bzw. Weichasbest. Im Unterschied dazu handelt es sich bei Asbestzementprodukten um sog. fest gebundene Asbestprodukte, deren Faseranteil höchstens 15 Gewichtsprozent beträgt und deren Rohdichte höher als 1400 kg/m³ ist. Asbestzement ist in vielen Gebäuden mit Dachoder Wandverkleidungen 4 verbaut. Die Platten sind weitgehend ungefährlich, solange sie intakt bleiben, nicht verwittern und nicht mechanisch bearbeitet werden. Bild: Amphibolasbestfasern (REM-Aufnahme) 2 Vgl. Wikipedia, Definition Asbest. 3 Anke Jordan-Gerkens: Entsorgung von Asbestabfällen durch mechanische Faserzerstörung. Cuvillier Verlag, Göttingen 2005, ISBN 3-8653-7414-X, S. 3 und 4. 4 Typische Marken: Eternit, Fulgurit. 3

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